Beyond Remedy

Beyond Remedy

Weißmaskige Motorradfahrer in der Dämmerung, zwanzigjährige Mädchen auf den Rücksitzen in engen Blusen und lasziv nach oben geschobenen Rücken, die in der Entfernung zu leuchtenden Neonröhren einer anderen Welt werden. Hupende Autos in zu engen Gassen, die wahnsinnig an der stoischen Masse vorbeirasen und in deren Rückspiegeln die Gestalten der Garküchen verblassen. Dunst über dem Fluss, über der ganzen Stadt. Alles ist in dreckige Watte gehüllt.

Treibende Überreste der Millionen Leben im braunen Wasser unbedeutender Augenblicke. Ein riesiger toter Fisch neben der Fähre mit ungläubigen, aufgerissenen Augen, die nicht glauben wollen, dass sie tot sind. Wege, die in alle Richtungen verlaufen, Spannungen, die gezogen werden und Ahnungen von gelösten und gebrochenen Versprechen. Die Stadt
quillt über vor Vergangenheit und Gegenwart. Eskapadisches Gebaren der Tempel und Erinnerungen. Ekstatischer Rausch der Clubs und Bars.

Tausende Schattierungen von Leben und alles glänzt und alles schreit. Eine Gestalt, von der ich nicht weiß, ob sie ein Mensch ist oder es je war, ohne Haare und ohne Augen, mit gelblich vernarbter Haut und starrendem Mund. Wer hat sie vor die U-Bahnstation gestellt? Schwankende Frauen und Männer in winzigen Kleidern. Bettelnde Mütter mit kleinen nackten Kindern dazwischen, und alle zehn Meter neue Gesichter im Beton.

In einer Bar treffen wir Batman und Superman. Schwarzes Kostüm und roter Umhang. Betrunken und glücklich. Sie werden diese Welt nicht retten.


Motorcyclists with white masks in the dawn, 20-something girls on the backseats in tight tops and lasciviously straight backs that become shining neon tubes of another world in the far. Honking cars in too narrow streets that madly drive by the stoic masses and in whose rear mirrors the shapes of the food stalls fade out. Mist above the river, above the entire city. Everything’s covered in dirty cotton.

Floating remains of the millions of lives in the brown water of meaningless moments. A huge dead fish next to the ferry with widely opened eyes unable to believe that they’re dead. Ways that lead to all directions, tensions that are pulled and assumptions of kept and broken promises. The city bursts of past and present. Exaggerated demeanour of the temples and memories. Ecstatic rush of the clubs and bars.

Thousands of shades of life and everything’s shining and everything’s creaming. A shape, of which I don’t know whether she is a human or has ever been one, without ears and without eyes, with yellowy-scarred skin and staring mouth. Who placed her in front of the metro station? Tumbling women and men in tiny dresses. Begging mothers with little naked children in between, and every ten metres new faces in the concrete.

In a bar we meet Batman and Superman. Black costume and red cape.
Drunk and happy. They won’t rescue this world.